Landratenhof

Das Gut Westendorf ist möglicherweise aus einem mittelalterlichen Villikations- und späteren Meierhof hervorgegangen und gehörte als adeliger freier „Sattelhof“ bis 1700 der damals im heutigen Jettebruch sesshaften Familie von Jettebrock. Zu dem Gut gehörte auch die Bommühle.

Als die Familie von Jettebrock ausgestorben war, kam das Gut 1701 an die Familie von Püchler, in deren Besitz es bis 1805 verblieb. Die Ländereien wurden verpachtet.

 

Eine kurze Zeit gehörte das Gut dann den von Hardenbergs. Sie verkauften es 1818 an Ludwig Ernst August von der Wense, der auch gleich mit dem Bau des Herrenhauses im spätbarock-klassizistischen Stil begann. Der symmetrisch gegliederte Fachwerkbaukörper mit dem hohen Walmdach hat eine quaderimitierende Holzverkleidung und wurde um 1890 um zwei Flügelbauten erweitert. Die von der Wenses widmeten sich wieder verstärkt der Landwirtschaft und errichteten zwei große Wirtschaftsgebäude. Viele Familienmitglieder waren eng mit dem hannoverschen Königtum verbunden und bekleideten z.T. hohe Ämter. Ein von der Wense war Mitte des 19. Jh. Landrat . Von ihm stammt auch der heute gebräuchliche Hofname.

1907 verkaufte die Familie von der Wense das Gut Westendorf und baute sich in Wense einen neuen Familiensitz. Die Ländereien und Wirtschaftsgebäude hatten sie schon vorher verkauft.

 

Neuer Besitzer wurde der Berliner Schriftsteller Hans

Hauptmann. Als sein Gast verbrachte der bekannte deutsche Impressionist Lovis Corinth dort mit seiner Familie den Sommer 1908. In dieser Zeit entstanden auch einige Gemälde.

 

Nach einigen Inhaberwechseln kaufte die Familie Schwarz aus Bad Fallingbostel das herunter-gekommene „Schloss“ 1983 von Wilhelm Bösling und baute es aufwändig zu einem Alten- und Pflegeheim um, das heute von der DOREA-Gruppe betrieben wird.

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