Polnische Kriegsgefangene auf dem Weg zu ihren Baracken

Kriegsgefangenenlager Oelsweg
 

Schon kurz nach Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde am Oelsweg  die erste Gefangenenbaracke aufgestellt. Sie war umzäunt und hatte eine Länge von ca. 80 Metern. Abgeteilt war ein Wachraum für drei Soldaten. Ende Oktober 1939 wurden 60 polnische Kriegsgefangene dort einquartiert. Es handelte sich überwiegend um Zimmerleute und Tischler, die bei der Firma Karl Reimann eingesetzt waren, wo der Barackenbau damals auf Hochtouren lief.

 

1940, nach dem Frankreichfeldzug, kamen auch französische Kriegsgefangene. Man errichtete weitere vier Baracken von ca. 12 Metern Länge am Oelsweg.


In jeder Baracke gab es einen Waschraum mit Wasserleitung, einen Kanonenofen und mehrere Etagenbetten. Jeder Bewohner hatte einen Schrank. Eingezäunt waren die Baracken nicht.

Das Lager befand  sich auf dem Gelände des heutigen Gartens der Familie Siemsglüß.

 

In die große Baracke quartierte man ca. 90 französische Kriegsgefangene ein. Sie wurden auch Dorfmarker Handwerkern als Arbeitskräfte zugewiesen, u.a. dem Schneider Wettig, dem Uhrmacher Peters (Michaelis) sowie dem Schlachter Tödter. Dieser lieferte seine Fleisch- und Wurstwaren sowohl in die Gefangenenlager als auch an die Wehrmacht im Truppenlager Oerbke. Den Transport übernahm die Dorfmarker Spedition Bremer mit Pferd und Wagen.

 

Die Polen, denen man inzwischen den Status von „Zivilarbeitern“ eingeräumt hatte, zogen in die neuen, kleineren Baracken um.

 

1942/43 wurde noch eine zusätzliche Baracke für etwa 15 junge ukrainische Zwangsarbeiterinnen gebaut.

Nach dem Kriege wurde die große Baracke verbrannt, weil sie völlig verwanzt war. Die anderen Baracken wurden deutschen Flüchtlingsfamilien als Wohnraum zugewiesen und zum Teil bis in die 1970er Jahre genutzt.

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