Lange Brücke

Anfangs wurden Wasserläufe durch eine Furt an flachen Stellen überquert. In Dorfmark sind zwei frühere Furten bekannt. Eine befand sich in Fischendorf und eine hier zwischen Dorfmark und Westendorf. Sie lag rund 100 m oberhalb der heutigen Brücke unweit des „Großen Hofes“, etwa dort, wo heute die „Wettig-Brücke“ die Böhme quert. Der erste Überweg an dieser Stelle wird im Sudendorfer Urkundenbuch von 1397 erwähnt. Es wird sich wohl nur um einen Steg gehandelt haben, gerade so, dass man die Böhme mit Karren und Handwagen trockenen Fußes überqueren konnte.
Die Bezeichnung des in der Nähe befindlichen „Steegmannshofes“ und der „Steegmannstraße“ gehen auf diesen alten Steg zurück.

Brücken über die Böhme wurden erst nach dem Dreißigjährigen Krieg gebaut. Die „Lange Brücke“, früher auch „Bischofsbrücke“ genannt, wurde nachweislich in der Franzosenzeit (1806-12) erwähnt. Seinerzeit bildete die Böhme hier die Grenze zwischen dem Napoleonischen Frankreich und dem Königreich Westphalen, und auf der Brücke befand sich eine Zollstation. Wann genau das Bauwerk erstmals errichtet wurde, ist aber unbekannt.

 

Im Jahre 1860 wird über den schlechten Zustand der bisherigen Brücke berichtet. Ein Neubau wurde ange-raten, der allerdings wegen der besseren Zuwegung für Fahrzeuge etwas weiter flussabwärts an der heutigen Stelle erfolgte. Da die Brücke nach Entscheidung des Königlichen Amtes in Fallingbostel öffentliche Wege miteinander verbinden sollte, waren die Baukosten von den Gemeinden zu tragen.

Von April bis November 1901 wurde schließlich eine weitere Brücke an dieser Stelle gebaut. Diese wurde in den letzten Kriegstagen beim Einzug der britischen Truppen im April 1945 von deutscher Seite teilweise gesprengt. Nach Kriegsende hat man die Brücke schließlich komplett saniert, wobei die vorhandenen Stahlträger wieder Verwendung fanden.

Nach weiteren sechs Jahrzehnten und mittlerweile eingetretenen Korrosionsschäden in der Stahlbe-tonkonstruktion sowie unsicherer Tragfähigkeit der Widerlager wurde das bisherige Bauwerk 2013/14 durch die Stadt Bad Fallingbostel komplett neu errichtet.

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