Der Große Hof
 

Auf einer Anhöhe am Böhme-Bogen nahe der heutigen Wettig-Brücke stand einst die Dorfmarker Burg.
Sie war von einem Wassergraben umgeben und entstand vermutlich zwischen dem 10. und 13. Jahrhundert.
Aus einer Urkunde des Jahres 1288 geht hervor, dass Bischof Konrad von Verden dem Herzog Otto dem Strengen für drei Vispel (1 Vispel = 544 kg) Salz, die er von ihm erhalten hat, Güter im gleichen Werte zu geben verspricht. Dieser Vertrag wurde in Dorfmark abgeschlossen. Schon damals war Dorfmark Treffpunkt des einflussreichen Bischofs von Verden mit dem Herzog Otto dem Strengen.

 

Die Dorfmarker Burg, später auch Dorfmarker Schloss genannt, befand sich über Jahrhunderte im Besitz der Herzöge von Lüneburg, war aber fast ständig verpfändet. Für die Bevölkerung war der Pfandinhaber immer der eigentliche Herr auf dem Hof, während der Besitzer, der zudem meistens gar nicht ortsanwesend war, der Bevölkerung eher unbekannt blieb.

 

Bedauerlich ist, dass niemand die damalige Burg oder das Schloss, wie es genannt wurde, beschrieben hat. Wir wissen lediglich, dass es außer dem Wassergraben auch einen Teich gab, der sich auf dem Großen Hof vor der Brücke befand. Die Burg lag unmittelbar an der Furt durch die Böhme, die am Hause Großer Hof 3 an das andere Ufer führte. Diese Furt, in deren Nähe später die Lange Brücke, früher auch Bischofsbrücke genannt, errichtet wurde, war in Zeiten des Mittelalters und auch später von so großer Bedeutung, dass sie durch die herzogliche Burg geschützt wurde. Außerdem sollte die Burg ein Schutz gegen die Bischöfe von Verden sein, die in der damaligen Zeit als Territorialherren großen Einfluss hatten.

 

In Folge des Lüneburger Erbfolgekrieges (1370-73) wurde die Burg zu einem Lehnsgut umgewandelt, womit auch die Ortschaft Dorfmark an Bedeutung verlor.

 

Im Jahr 1502 wird die Burg in einer Urkunde erstmals als „Der grotte Hoff vor Dorpmarke belegen“ bezeichnet.

Die nächste Urkunde, die den Großen Hof betrifft, stammt aus dem Jahre 1559. Darin bezeigt Vicke von dem Berge, dass er seinen freien Hof vor Dorfmark belegen, der den Kirchengeschworenen zu Dorfmark überantwortet war, samt einem Zehnten zu Waltheim (Woltem) im Carspel (Kirchspiel) Dorfmark an Jorgen von der Wense verkauft habe. Noch im selben Jahr erfolgt die Belehnung des Jorg von der Wense (er war Großvogt in Celle) mit dem Großen Hof zu Dorfmark und all seinem Zubehör durch den Herzog Franz Otto zu Braunschweig-Lüneburg.

 

Im Laufe der Jahrhunderte sind Burg und Nebengebäude jedoch komplett zerfallen. Die Ländereien wurden später verkauft bzw. verpachtet, u.a. auch das heutige Friedhofsgelände.

 

Heute erinnert nur noch der Straßenname daran, dass es hier einmal einen bedeutenden Hof gegeben hat.

 

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